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Natürliche Geburt nach Kaiserschnitt: Chancen, Risiken, Klinikwahl

Wie oft gelingt eine vaginale Geburt nach einem Kaiserschnitt, wie hoch ist das Risiko, und welche Fragen solltest du deiner Klinik stellen? Ein Überblick mit Quellen.

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Nach einem Kaiserschnitt fragen sich viele Frauen, ob ihr nächstes Kind auf natürlichem Weg zur Welt kommen kann. Die kurze Antwort: oft ja. Ob es für dich infrage kommt, entscheidest du gemeinsam mit deiner Hebamme und deiner Ärztin. Dieser Artikel fasst zusammen, was die Forschung und die deutsche Leitlinie sagen.

Dieser Text ersetzt keine medizinische Beratung.

Wie oft gelingt eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt?

Laut der Entscheidungshilfe des IQWiG bekommen etwa 75 von 100 Frauen, die sich nach einem Kaiserschnitt für eine vaginale Geburt entscheiden, ihr Kind auf diesem Weg. Die übrigen bekommen während der Geburt einen Kaiserschnitt.

In Deutschland entscheiden sich trotzdem vergleichsweise wenige Frauen dafür. Insgesamt kommen hier etwa 29 bis 36 Prozent der Kinder nach einem früheren Kaiserschnitt vaginal zur Welt. In Finnland, Schweden und den Niederlanden sind es 45 bis 55 Prozent.

Wie hoch ist das Risiko?

Das wichtigste Risiko ist, dass die Gebärmutter an der Narbe reißt (Uterusruptur). Laut IQWiG passiert das bei etwa 3 von 1.000 Frauen, die vaginal gebären wollen. Bei einem geplanten zweiten Kaiserschnitt sind es unter 2 von 1.000. Ein geplanter Kaiserschnitt hat dafür andere Risiken, zum Beispiel für weitere Schwangerschaften.

Wird die Geburt eingeleitet, steigt das Risiko einer Ruptur. Auch ein kurzer Abstand zwischen den Geburten, unter etwa 18 bis 24 Monaten, ist mit einem höheren Risiko verbunden.

Was die Chancen beeinflusst

Günstig sind:

  • eine frühere vaginale Geburt
  • Wehen, die von selbst beginnen

Ungünstig sind:

  • ein hoher BMI
  • eine Einleitung der Geburt
  • ein Alter über 35 bis 40 Jahre
  • ein erster Kaiserschnitt wegen Geburtsstillstand
  • eine Schwangerschaft über 40 Wochen hinaus

Einige dieser Faktoren kannst du beeinflussen, etwa den Abstand zwischen den Geburten und deine körperliche Verfassung vor der nächsten Schwangerschaft.

Was die deutsche Leitlinie empfiehlt

Die ärztliche S3-Leitlinie “Sectio caesarea” von 2020 spricht sich nicht pauschal für einen erneuten Kaiserschnitt aus. Sie empfiehlt:

  • deine Wünsche gegen Nutzen und Risiken beider Wege abzuwägen
  • während der Geburt eine durchgehende CTG-Überwachung
  • eine Klinik, die jederzeit einen Notfall-Kaiserschnitt durchführen kann
  • Frauen, die schon einmal vaginal geboren haben, auf ihre höheren Chancen hinzuweisen

Fragen an deine Geburtsklinik

Kliniken gehen sehr unterschiedlich mit einer Geburt nach Kaiserschnitt um. Diese Fragen helfen dir beim Vergleich:

  • Wie viele Frauen gebären bei Ihnen nach einem Kaiserschnitt vaginal?
  • Unter welchen Bedingungen leiten Sie eine Geburt nach Kaiserschnitt ein?
  • Wie wird die Geburt überwacht, und kann ich mich trotzdem bewegen?
  • Wie lange warten Sie, wenn die Geburt langsam vorangeht?
  • Ist rund um die Uhr ein Team für einen Notfall-Kaiserschnitt da?

Daten zu Kaiserschnittraten einzelner Kliniken sammelt der Elternverein Mother Hood e.V.

Wie Bothways dich unterstützt

Bothways /davor bereitet dich online auf die Geburt nach einem Kaiserschnitt vor: mit Training, mentaler Vorbereitung und Hilfe bei der Klinikwahl, gemeinsam mit einer Hebamme. Wir versprechen keinen Geburtsverlauf. Wir helfen dir, gut vorbereitet zu entscheiden.